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KI im Fulfillment als Wettbewerbsvorteil

Dieser Artikel ist am 09.12.2022 im St. Galler Tagblatt erschienen.

Autor: Stefan Borkert


Künstliche Intelligenz verschafft der Ostschweizer MS Direct AG und ihren Kunden einen Wettbewerbsvorteil. Vorderhand konzentriert sich das Unternehmen auf den Einsatz von KI in den Lagerhäusern.



Bei der St. Galler MS Direct AG hat die Digitalisierung schon Einzug gehalten. Der Leiter des operativen Geschäfts, COO Fabrizio Anner, sagt, dass bei der MS Direct Anwendungen mit künstlicher Intelligenz seit 2019 eingesetzt werden. «Unseren ersten Anwendungsfall haben wir in der Verzollung von E-Commerce-Sendungen gefunden. Wir nutzen selbstlernende Algorithmen, um Tarifnummern der EU in das schweizerische Zollformat zu übersetzen.» Diese Anwendung sei in einem Projekt mit der Universität St. Gallen zusammen entwickelt worden.


Mittlerweile könne man 95 Prozent der Tarifnummern damit automatisch übersetzen. Darüber hinaus teste MS-Direct seit einigen Monaten einen selbstlernenden Algorithmus in der Retourenverarbeitung, der Defekte und Flecken auf Kleidungsstücken automatisch erkennt und klassifiziert.


«Mit Hilfe dieser Anwendung können wir die Aufbereitung von Textilien im Retourenbereich schneller und einheitlicher vornehmen und Mitarbeiter bei komplexen Fällen unterstützen.»

Das grösste Potenzial von Anwendungen der künstlichen Intelligenz sieht er bei MS Direct in den Bereichen Datenverarbeitung, etwa in der Verzollung, in der Planung und Optimierung von Lieferketten und Lagerkapazitäten wie der Lagerbestände, sowie in der Automatisierung der Lagerprozesse durch die Einführung selbstfahrender und -agierender Roboter.


Wertvolle Digitalisierung


Die Digitalisierung von Prozessen habe sich bisher immer als wertvoll erwiesen, fährt er fort. Es müssten aber die richtigen Voraussetzungen dafür vorliegen, wie zugängliche, strukturierte Daten. Ebenso brauche es für den Einsatz von Robotik eine kritische Masse an Bewegungen. Der Einsatz von KI eigne sich vor allem für Anwendungsfälle mit grossen Volumen, wiederkehrenden Mustern und wenig komplexen Fragestellungen. In Grenzfällen sei der Mensch die bessere Option.


Für den Einsatz von KI spreche auch der Wettbewerbsvorteil. «Wir können mit KI-Anwendungen schneller und kostengünstiger arbeiten.» Kunden würden auch zunehmend automatisierte und speditive Prozesse verlangen. «Damit verhelfen wir auch ihnen zu einem Wettbewerbsvorteil», sagt Anner.


Automatisiertes Kleinteilelager kommt 2023


Bei MS Direct würde man sich in der Automatisierung zunächst auf die Prozesse in Lagerhäusern fokussieren. So sei dieses Jahr eine Verpackungsmaschine installiert worden, die Kartons auf Mass schneidet und damit wenig Kartonverschnitt und Füllmaterial benötige. «Anfang kommenden Jahres bauen wir ein automatisiertes Kleinteilelager auf, das die Artikel mit Hilfe von Robotern automatisch kommissioniert, also für die Verpackung bereitstellt.» Darüber hinaus werde man bei MS Direct weitere Pilotprojekte mit selbstfahrenden Robotern durchführen, welche Pakete und Paletten durch die Lager befördern.


Zum Artikel im St. Galler Tagblatt:

Roboter im Einsatz bei der MS Direct AG in St.Gallen (tagblatt.ch)

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